Eine Reise zu den Ursprüngen der Kunst

Sonderausstellung zeigt Höhlenmalerei und mehr als als 70 plastische Nachbildungen

Bünde. Am Sonntag, 27. April, hat das Museum Bünde die Sonderausstellung „Eiszeit - Kunstzeit“ eröffnet. Die Ausstellung erinnert an dieAnfänge der Kunst vor 40.000 Jahren.

Damals verlässt der Mensch Afrika und dringt in die eiszeitliche Steppenlandschaft Europas vor. „Hier entstehen die vermutlich ersten voll ausgebildeten Kunstwerke der Menschheit: aus Mammutelfenbein geschnitzte Tierplastiken, Frauenstatuetten und Höhlenmalereien“, erklärt Museumsleiter Michael Strauß.

Über einen Zeitraum von 30.000 Jahren sind diese Kunstwerke typisch für die Jäger- und Sammlerkulturen der Eiszeit. Sie streuen über das ganze nördliche Eurasien von Portugal bis nach Sibirien. Erst als sich vor 10.000 Jahren das Klima erwärmt und die weiten wildreichen Steppenlandschaften einem dichten Wald weichen, verschwindet mit den Wildbeuterkulturen auch deren Kunst.

Bei allen Unterschieden in den Stilen, die sich zeitlich und räumlich herausbilden, ähneln sich die Motive sehr. Es sind die Tiere der eiszeitlichen Steppenlandschaften: Rentiere, Mammuts, Wildpferde, Hirsche, Löwen. Daneben finden sich immer wieder kleine Frauenstatuetten. Sie sind anfangs noch sehr realistisch ausgebildet, wenn auch ohne Gesicht und mit einer deutlichen Überbetonung von Gesäß und Brust. 10.000 Jahre später jedoch erreichen sie einen Abstraktionsgrad, der an moderne Kunstwerke erinnert. Es verwundert kaum, dass sich Picasso von eiszeitlichen Frauenstatuetten für seine Skulpturen inspirieren ließ.

Diese Sonderausstellung, die bis August zu sehen ist, beschränkt sich auf das Darstellen der eiszeitlichen Bilderwelten, ohne das nötige Hintergrundwissen zu unterschlagen. Ergänzt wird sie durch großformatige Gemälde der Iserlohner Künstlerin Katja Oelmann, die in ihren Werken die eiszeitliche Bilderwelt reflektiert und eine Brücke zur Gegenwart schlägt. Ihre Bilder sowie Nachbildungen von mehr als 70 plastischen Darstellungen, Gravuren auf Schieferplatten und zahlreiche Frauenstatuetten aus ganz Europa, sollen eine spannende und ungewöhnliche Reise zu den Ursprüngen der Kunst ermöglichen.

Das Museum Bünde, Fünfhausenstraße 8-12, ist dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Gruppen können auch vormittags einen Besuch buchen.